Infografik der Syngenio AG zur digitalen Barrierefreiheit. Zeigt Statistiken über Behinderungen und Barrierefreiheit in Deutschland. Betont die Relevanz von barrierefreien digitalen Zugängen für alle mittels Statistiken.

Digitale Barrierefreiheit hat relevanz

Zugänge für alle schaffen und profitieren

Barrierefreiheit bedeutet zunächst, dass Beeinträchtigte ohne große Einschränkungen am alltäglichen Leben teilhaben können. In der analogen Welt gibt es so z.B. für Rollstuhlfahrer Zugänge über Rampen und Fußgängerampeln senden für blinde Menschen akustische Signale. Aber was bedeutet Barrierefreiheit im digitalen Kontext?

1. Zugänglichkeit für Menschen mit Sehbehinderung:

  • Verwendung von Screenreader-kompatiblen Formaten und Technologien
  • Bereitstellung von Textalternativen für Bilder, Grafiken und andere nicht-textuelle Inhalte
  • Anpassbare Schriftgrößen und Kontraste

3. Zugänglichkeit für Menschen mit motorischen Behinderungen:

  • Unterstützung von Tastatur-Navigation und alternativen Eingabegeräten
  • Vermeidung von zeitkritischen Interaktionen, die schnelles Handeln erfordern

2. Zugänglichkeit für Menschen mit Hörbehinderung:

  • Vermeidung von rein auditiven Hinweisen und Signalen
  • Bereitstellung von Untertiteln und Transkriptionen für Audio- und Videoinhalte

4. Zugänglichkeit für Menschen mit kognitiven Behinderungen:

  • Klar strukturierte und einfach verständliche Inhalte
  • Verwendung von leicht verständlicher Sprache und eindeutigen Anweisungen

„In unseren Projekten denken wir Barrierefreiheit von Anfang an mit, denn barrierefreies Design verbessert die Nutzung für alle Menschen – digitale Inhalte und Funktionen werden dadurch meist zugänglicher, verständlicher und einfach nutzbarer. „

Marcus Goldemann, Ihr Ansprechpartner zum Thema User Experience

Die EU-Richtlinie 2019/882 und das Gesetz zur Umsetzung

Die EU-Richtlinie 2019/882 (European Accessibility Act) legt Barrierefreiheitsanforderungen für bestimmte Produkte und Dienstleistungen fest, um den Zugang für Menschen mit Behinderungen in der EU zu verbessern.

Das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz (BFSG) setzt diese Richtlinie in deutsches Recht um. Es verpflichtet Hersteller und Dienstleister, ihre Produkte und Dienstleistungen barrierefrei zu gestalten, und etabliert Mechanismen zur Überwachung und Durchsetzung der Anforderungen.

Unternehmen, die ihre Produkte und Dienstleistungen vor dem 28. Juni 2025 nicht barrierefrei gestalten, befinden sich bis zum 27. Juni 2030 in einer Übergangsfrist. Danach unterliegen alle neuen Funktionalitäten, Designänderungen und Major Releases den Vorgaben des BFSG.

Die Chancen für Unternehmen

Aus diesen Anforderungen resultieren für Unternehmen neue Aufwände, Kosten und einige Unabwäigkeiten, allerdings auch große Chancen:

Mehr Nutzer, mehr Kunden

Durch die Erschließung neuer
Kundengruppen.

Bessere Auffindbarkeit

Viele Aspekte der Barrierefreiheit (z.B. klare Strukturierung und alternative Texte), verbessern u.a. die Auffindbarkeit der Webseite (SEO).

Gesteigerte Produktivität

Eine gute Software-Ergonomie, die aus der barrierefreien Umsetzung resultiert, macht Inhalte und Services besser bedienbar – die Nutzer können ihre Aufgaben schneller und zufriedenstellender erledigen.

Image Steigerung

In Zeiten von Inklusion und Nachhaltigkeit gewinnt Barrierefreiheit als Indikator für Kundenorientierung, Vertrauenswürdigkeit und gesellschaftlicher Verantwortung rasant an Bedeutung.

Innovation

Die Herausforderung der barrierefreien Entwicklung können zu kreativen Lösungen führen, die innovative Funktionen und Technologien hervorbringen – z.B. Integration KI an der Kundenschnittstelle um Prozesse zu vereinfachen und andere Zugänge zu ermöglichen.

Rechtliche Konformität

Die Einhaltung von Standards und Gesetzen zur Barrierefreiheit vermeidet rechtliche Risiken und Strafen, insbesondere in Ländern mit strengen Strafen.

„Barrierefreies Design sorgt für eine bessere User Experience und führt zu einer inklusiven und positiven Nutzererfahrung. Unternehmen, die Barrierefreiheit in ihre UX-Strategie integrieren, erreichen eine größere Zielgruppe, erfüllen rechtliche Anforderungen und stärken ihr Markenimage.“

Marcus Goldemann, Ihr Ansprechpartner zum Thema User Experience